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Unterwegs

Das Bangkoker Mäusehaus

27. August 2018 von Robert Louis Griesbach

Der 1906 in Delaware geborene Architekt Jim Thompson meldete sich zum Militärdienst, machte dort Karriere und kam um die Welt, so nach Thailand und Bangkok. Zurück in den USA beschloss er, nach Thailand auszuwandern und ließ sich von seiner umzugsunwilligen Ehefrau scheiden. In Bangkok revolutionierte er durch die Kombination manueller und industrieller Verfahren die Seidenproduktion und vermarktete die thailändische Seide international. Sein Hausensemble ließ Thompson an einem Kanal errichten, genau gegenüber arbeiteten muslimische Weberfamilien für ihn. Im Haus selbst darf man keine Fotos machen, dabei gibt es so viele interessante Objekte aus Thompsons Sammlung. Drei Beispiele:
– Er besaß etwa zwei Reisweinkännchen, allerdings ohne Deckel. Wie also befüllen? Von unten! Im Boden befindet sich ein Trichter, in den man den Reiswein füllt. Beim Umdrehen zum Hinstellen der Kanne sammelt sich die Flüssigkeit im Körper der Kanne, danach kann ganz normal ausgeschenkt werden. Bei den schaukelnden Bootstouren konnte nichts verschütt gehen.
– Das Wohnhaus verfügte über keine Toilette, die war, wie früher in Thailand üblich, außerhalb. Damit Gäste sich nachts nicht in die Dunkelheit trauen mussten, gab es (zumindest von männlichen Gästen nutzbar) eine Porzellankatze, deren Kopf man einfach abnehmen konnte. Katzenkopflos verrichtete man sein Geschäft und setze dann den Kopf wieder auf.
– Thompson besaß ein Mäusehaus, in das man einfach eine Maus setze, die man dann stundenlang beobachten konnte. Um den Spaß zu steigern, konnte man auch verschiedenfarbige Mäuse hineinsetzen und dann wetten, welche Farbe es wohl als erstes aus dem Haus schaffen würde, es gab nämlich nur einen Ausgang!

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