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Viskose-Brötchen an Schaumstoffstreifen

11. Juni 2017 von Robert Louis Griesbach


Wer sich schon immer einmal gefragt hat, wie die Reste
einer ausgedienten Wärmedämmung eines
Einfamilienhauses entsorgt werden, bekam auf dem Flug
von New York nach London mit United Airlines die Antwort:
Sie werden als Bordessen mit dem verheißungsvollen
Namen ‚Chicken“getarnt nach Europa geflogen.

Hier isst das Auge nicht mit, hier nimmt auch die Nase keine
exotischen Gerüche wahr, hier haben Lebensmittel einen
nicht näher zu definierenden Aggregatzustand.

Eine weiße Masse, im Volksmund auch
„Reis“ genannt, schmiegt sich an grün-braunem Etwas, das
im früheren Leben wohl etwas ähnliches wie Grünkohl
gewesen zu sein schien. Gekrönt von geschmacksbefreiten
Schaumstoffstreifen, die dem Gericht offenbar als
Namensgeber diente. Dazu ein farbloses Viskose-Brötchen,
das an Tupfer erinnerte, die sich der Zahnarzt zur
Wundstillung von seiner Praxilhelferin reichen lässt.

Der Clou: Zerlassene Butter – denn die Butter wurde praktischerweise
nämlich gleich mit erhitzt. Wie übrigens auch das Eis, das
fortan als Dessertsüppchen emsig verteilt wurde, damit es
nicht kalt wird.

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